Neue Wege in der Lehrerausbildung gehen …

Berufsbegleitende Weiterbildung zum Waldorflehrer

Der Lehrermangel an Waldorfschulen ist spürbar und wirkt sich auch an unserer Schule aus, die zweizügig geworden ist und deshalb für jeden neuen Jahrgang zwei Klassenlehrer braucht. Und die mitten in einem echten »Generationswechsel« der Lehrerschaft steht. Die Freie Waldorfschule Krefeld sucht deshalb nach neuen Wegen in der Lehrerausbildung.

Der Beruf des Waldorflehrers bietet als Klassenlehrer, Fachlehrer oder Oberstufenlehrer vielseitige Berufsmöglichkeiten. Aber das Curriculum der Waldorfschule lehnt sich nicht an traditionelle Schulformen an, sondern orientiert sich am »Kind und seiner Entwicklung im Mittelpunkt«. Als innerer Kern der Waldorfpädagogik gilt die anthroposophische Menschenkunde Rudolf Steiners, die beschreibt, wie Lerninhalte als Mittel zur seelischen und körperlichen Förderung und Entwicklung Heranwachsender dienen können. Der Waldorflehrer gestaltet dafür kreativ die inhaltlichen Lernräume und bezieht künstlerische und praktisch-handwerkliche Elemente in seine pädagogische Tätigkeit mit ein. Dafür bedarf es einer speziellen Ausbildung. Um ausreichend viele Lehrer und interessierte Menschen für eine solche Ausbildung gewinnen zu können, brauchen wir vielfältige Angebote, die auch berufsbegleitend Möglichkeiten einer intensiven Weiterbildung in den genannten Bereichen gewährleisten.

Der Bund der Freien Waldorfschulen hat unter Christian Boettger in Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsberater Michael Harslem eine neue Form der Ausbildung zum Waldorflehrer entwickelt, die in der Weiterbildung von den Teilnehmern individuell selbst organisiert und gestaltet werden kann: das selbstverwaltete und berufsbegleitende Lehrerseminar für Waldorfpädagogik. Diese neue Form ermöglicht den Seminarteilnehmern ein aktives Mitgestalten ihrer Ausbildung. Sie bestimmen eigenverantwortlich ihren Lernbedarf und organisieren den dafür erforderlichen Lernweg selbst. Sie wählen ihre Dozenten aus und legen die Lerninhalte der einzelnen Ausbildungsmodule fest, sie gründen einen Trägerverein und klären alle mit dem Seminar zusammenhängenden Fragen, sie übernehmen die Verantwortung für ihre eigene Ausbildung selbst. Unterstützt werden sie dabei von einem Seminarbegleiter, der notwendige Informationen für die Weiterbildung beisteuert und über die Qualität der Ausbildung wacht.

Teilnehmerkreis
Die Weiterbildung richtet sich an Lehrerinnen und Lehrer, Handwerksmeister sowie an alle an Waldorfpädagogik Interessierte, die auf Grund ihrer Vorbildung Aussicht auf eine Genehmigung als Lehrer durch den Staat haben und wohnortnah eine qualifizierte waldorfpädagogische Ausbildung absolvieren möchten.

Zeitrahmen und Abschluss
Die Ausbildung dauert drei Jahre. Das Lernen findet einmal wöchentlich und an vertiefenden Wochenenden statt. Daneben steht die individuelle Arbeit der Vor- und Nachbearbeitung einzelner Themen – auch Unterrichtshospitationen und Praktika in der Schule sollen möglich gemacht werden. Danach schließt sich für alle ohne Unterrichtserfahrung ein viertes Praxisjahr als Assistenzlehrer an, das mit einem zertifizierten Abschluss endet. Der Bund der freien Waldorfschulen erkennt das Seminar als berufsbegleitende vollgültige Ausbildung zum Waldorflehrer an.

Kosten
Die Seminarteilnehmer sorgen als Trägerverein selbst für die Finanzierung ihres Seminars, sie bezahlen ihre Dozenten. Verwaltungskosten entstehen keine. Je nach Seminargröße entstehen monatliche Kosten zwischen € 50,– und € 150,– pro Teilnehmer.

Es gibt bereits einen kleinen Kreis von etwa fünf Interessierten für ein solches Seminar an unserer Schule. Wenn auch Sie Interesse an einer selbstverwalteten Ausbildung zum Waldorflehrer haben, möchten wir Sie herzlich zu einem Informationsabend einladen, um diese Initiative mit auf den Weg zu bringen.

Termin
Freitag, der 10. März 2017 um 18:00 Uhr im Klassenraum der Klasse 4a im ersten Stock

Weitere Informationen bei Elisabeth Töpfer-Pattberg